Mit den ersten Frühlingstagen beginnt für viele Menschen auch die Zeit der Pollenallergien. In Deutschland hat die Pollensaison bereits gestartet. Aktuell sind vor allem Pollen von Hasel und Erle in der Luft. In den kommenden Wochen folgen weitere allergieauslösende Pflanzenarten, darunter die Birke, die für viele Betroffene besonders starke Beschwerden verursacht.
Grundsätzlich kann die Pollensaison jedoch früher beginnen, als viele vermuten. Die ersten Pollen von Hasel und Erle können bereits im Januar auftreten, in milden Wintern sogar schon im Dezember. Ihre Hauptblütezeit liegt jedoch zwischen Februar und März, einzelne Pollen sind teilweise noch bis in den Mai nachweisbar.
Nach diesen Frühblühern folgt im weiteren Jahresverlauf die Birke. Die Birke gilt als besonders starkes Allergen und erreicht ihre Hauptblüte im April und Mai. Ab April kommen Gräser hinzu, im Spätsommer verlängert Ambrosia die Saison.
Typische Symptome einer Pollenallergie sind tränende und juckende Augen, häufiges Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase sowie allgemeine Müdigkeit. Auslöser ist eine Überreaktion des Immunsystems. Beim Kontakt von Pollen mit den Schleimhäuten kommt es zu einer Entzündungsreaktion im Körper.
Seit Jahren wird beobachtet, dass die Pollensaison länger und intensiver wird. Mildere Winter, veränderte Umweltbedingungen und Luftschadstoffe können dazu beitragen, dass Pflanzen früher blühen und teilweise mehr allergieauslösende Stoffe freisetzen.
Wichtig ist, allergische Beschwerden ernst zu nehmen. Heuschnupfen ist eine chronische Entzündung der Schleimhäute. Wird sie nicht behandelt, kann sich die Erkrankung auf die unteren Atemwege ausweiten. In der Medizin spricht man vom sogenannten „Etagenwechsel“, bei dem aus dem reinen Schnupfen ein allergisches Asthma entstehen kann.
Zur Behandlung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Antihistaminika, Nasensprays oder Augentropfen können akute Beschwerden lindern. Bei stärkeren Symptomen kommen entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Als langfristige Therapie kann eine sogenannte Hyposensibilisierung infrage kommen. Dabei wird das Immunsystem über einen längeren Zeitraum an das Allergen gewöhnt.
Neben medizinischer Behandlung können auch einfache Maßnahmen im Alltag helfen, die Pollenbelastung zu reduzieren. Empfohlen wird beispielsweise, abends die Haare zu waschen, damit sich über den Tag angesammelte Pollen nicht auf dem Kopfkissen verteilen. Getragene Kleidung sollte möglichst nicht im Schlafzimmer gelagert werden. Auch das Lüften lässt sich an den Pollenflug anpassen. In vielen Regionen ist die Belastung früh am Morgen geringer. Pollenschutzgitter an Fenstern können zusätzlich helfen, die Pollen draußen zu halten.
Wer bereits jetzt allergische Beschwerden bemerkt, sollte aufmerksam bleiben und bei anhaltenden Symptomen ärztlichen Rat einholen. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, Beschwerden zu lindern und möglichen Folgeerkrankungen vorzubeugen.
Tipps auf einen Blick
- abends Haare waschen, um Pollen aus den Haaren zu entfernen
- getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer lagern
- Wäsche möglichst nicht draußen trocknen
- früh am Morgen lüften, wenn die Pollenbelastung oft geringer ist
- Pollenschutzgitter an Fenstern verwenden
- Pollenflug-Apps nutzen, um Aktivitäten besser zu planen
- bei Beschwerden frühzeitig ärztlich abklären lassen
