Gewitterasthma Warum Gewitter für Pollenallergiker gefährlich sein können

Euskirchen

Ein Gewitter bringt oft die ersehnte Abkühlung – für Menschen mit Pollenallergie oder allergischem Asthma kann es jedoch zur gesundheitlichen Belastung werden. Das sogenannte Gewitterasthma ist ein seltenes, aber ernstzunehmendes Phänomen, das während der Pollensaison zu plötzlich auftretenden Atembeschwerden führen kann.

Viele Menschen mit Heuschnupfen hoffen auf Regen, weil dieser die Pollenkonzentration in der Luft zunächst verringert. Geht ein Sommerregen jedoch mit einem Gewitter einher, kann sich die Situation kurzfristig ins Gegenteil verkehren. Dann kann es zu einem sogenannten Gewitterasthma (englisch: Thunderstorm Asthma) kommen.

Typischerweise etwa 20 bis 30 Minuten nach Beginn eines Gewitters bei Betroffenen plötzlich starke Atemwegsbeschwerden auf. Die Beschwerden reichen von klassischen Allergiesymptomen bis hin zu einem akuten Asthmaanfall. Dazu gehören:

  • Juck- und Niesreiz
  • geschwollene Nasenschleimhäute
  • Husten
  • pfeifende oder keuchende Atmung (Giemen)
  • Engegefühl in der Brust
  • Atemnot

 

Wie kann ein Gewitter so starke Atemwegsbeschwerden auslösen?

Vor einem Gewitter werden große Mengen Pollen – insbesondere Gräserpollen – durch starke Windböen aufgewirbelt. Gleichzeitig sorgen hohe Luftfeuchtigkeit und elektrostatische Aufladung dafür, dass die Pollenkörner aufplatzen. Dabei entstehen winzige Pollenfragmente.

Während größere Pollenkörner meist in Nase und Rachen hängen bleiben, können diese kleineren Partikel tief bis in die Bronchien gelangen. Dort lösen sie bei empfindlichen Menschen eine starke allergische Entzündungsreaktion aus. Hinzu kommen weitere Partikel wie Schimmelsporen, Bakterien oder Staub, die durch Wind und Regen in Bodennähe konzentriert werden können. Dadurch entsteht kurzfristig eine besonders hohe Belastung der Atemluft.

 

Ein erhöhtes Risiko haben vor allem Menschen,

  • die unter allergischem Asthma leiden,
  • die an Heuschnupfen (v.a. Gräserpollen-Allergie) oder anderen allergischen Erkrankungen leiden.

Auch bisher nicht Betroffene können durch die hohe Allergenbelastung während eines Gewitters erstmalig Symptome entwickeln. In seltenen Fällen kann Gewitterasthma der erste Hinweis auf eine bisher unerkannte Erkrankung sein.

 

So schützen Sie sich vor Gewitterasthma

Während der Pollensaison lohnt es sich, bei angekündigten Gewittern besonders aufmerksam zu sein. Diese Maßnahmen können das Risiko verringern:

  • Bleiben Sie während eines Gewitters möglichst in geschlossenen Räumen.
  • Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
  • Nutzen Sie Luftfilter oder Luftreinigungsgeräte.
  • Müssen Sie nach draußen, kann eine gut sitzende FFP2-Maske die Aufnahme von Pollenpartikeln reduzieren.
  • Menschen mit Asthma sollten ihre verordneten Medikamente stets griffbereit haben und ihren Behandlungsplan konsequent einhalten.

 

Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?

Treten nach einem Gewitter plötzlich Husten, pfeifende/keuchende Atmung oder Atemnot auf, sollten die Beschwerden ärztlich abgeklärt werden – insbesondere, wenn bisher nur eine Pollenallergie bekannt war. Menschen mit allergischem Asthma sollten ihre Erkrankung regelmäßig dermatologisch beziehungsweise allergologisch kontrollieren lassen und gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, wie sie sich während der Pollensaison bestmöglich schützen können.

 

Gewitterasthma ist insgesamt selten. Wer jedoch unter einer Pollenallergie oder allergischem Asthma leidet, sollte das Phänomen kennen und bei Gewittern während der Pollensaison aufmerksam auf mögliche Symptome achten.