Das erstplatzierte Projekt „BCC One-Stop-Shop“ verfolgt das Ziel, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Basalzellkarzinomen – einer häufigen Form des hellen Hautkrebses – grundlegend zu verbessern, indem Diagnostik, präoperative Randbestimmung, operative Therapie und Schnittrandkontrolle in einem einzigen Behandlungstermin zusammengeführt werden. Dazu setzt das Team um Priv.-Doz. Dr. Sandra Schuh, Leitung der Tagesklinik und der Abteilung für nicht-invasive Diagnostik an der Universitätshautklinik Augsburg, auf den gezielten Einsatz der Line-field konfokalen optischen Kohärenztomographie (LC-OCT) als nicht-invasives, hochauflösendes Echtzeit-Bildgebungsverfahren. Die LC-OCT ermöglicht eine quasi-histologische Darstellung von Tumorrändern direkt an der Patientin/am Patienten – vor und während der Operation. Dadurch sollen Exzisionsränder individuell und präzise geplant und bei Bedarf intraoperativ angepasst werden können. „Studien zeigen eine hohe diagnostische Genauigkeit und Hinweise darauf, dass durch präzise Randbestimmung die Zahl notwendiger Operationen reduziert werden kann“, sagt Projektkoordinatorin Dr. Schuh.
„Doctorflix“ auf Platz zwei
Mit dem zweitplatzierten Projekt „Doctorflix“ hat Gründer und Dermatologe Dr. Hans Lennartz zusammen mit seinem Gründungspartner Leopold von Schulzendorf eine umfassende digitale Fortbildungsplattform für Ärztinnen und Ärzte und weitere Gesundheitsberufe entwickelt. Mehr als 40.000 registrierte Nutzerinnen und Nutzer haben bereits Zugriff auf das On-Demand-Fortbildungsangebot mit über 400 CME-zertifizierten Kursen. „Wir wollen medizinische Weiterbildung unabhängig von Zeit und Ort zugänglich machen und den kontinuierlichen Wissensaustausch im Gesundheitswesen unterstützen“, sagt Dr. Lennartz. Das Angebot umfasst videobasierte Kurse, Podcasts, Live-Webinare und interaktive Lernformate. Die Inhalte werden von ausgewiesenen Expertinnen und Experten erstellt und regelmäßig aktualisiert. Zur Aktualisierung und Skalierung der Inhalte werden unter anderem KI-gestützte Prozesse eingesetzt.
„HautKompass®“ auf Platz drei
Auf Platz drei wählten die Dermatologinnen und Dermatologen das Online-Programm „HautKompass®“. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMBF) geförderte Projekt spricht Selbststigmatisierung und psychische Belastungen bei chronischen Hauterkrankungen wie Psoriasis an. Entwickelt wurde das Programm von der Forschungsgruppe Psychodermatologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf unter Leitung von Priv.-Doz. Dr. Rachel Sommer. Das Projekt basiert auf acht selbstgesteuerten Modulen à 20 Minuten. Es unterstützt Patientinnen und Patienten darin, ihre eigenen Gesundheitsziele zu verfolgen, und fördert ihre Teilhabe am Versorgungsprozess. Dabei werden Inhalte aus kognitiver Verhaltenstherapie und Selbstmitgefühlforschung kombiniert. „Die dermatologische Regelversorgung bietet aktuell keine adäquate psychosoziale Versorgung für Menschen mit chronischen Hauterkrankungen, sondern beschränkt sich überwiegend auf die rein medizinische Behandlung“, erläutert Dr. Sommer. HautKompass® schließt die psychosoziale Versorgungslücke und ergänzt die dermatologische Regelversorgung.
Hohe Qualität und Einfallsreichtum
Dr. Ralph von Kiedrowski, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD), zeigt sich von den diesjährigen insgesamt elf Einsendungen begeistert und fügt an: „Die drei Preisträger des BVDD-Innovationspreises Dermatologie zeigen eindrucksvoll, wie ungebrochen die Innovationskraft unseres Faches ist – insbesondere im Bereich moderner nicht-invasiver Diagnostik und digitaler Angebote. Die ausgezeichneten Projekte überzeugen durch ihre hohe Qualität und ihren Einfallsreichtum. Sie ermöglichen präzisere Diagnosen, verbessern die ärztliche Fortbildung zu Hauterkrankungen und schließen gezielt Versorgungslücken. Dass wir den BVDD-Innovationspreis bereits zum 16. Mal verleihen dürfen und dabei eine solche Bandbreite an exzellenten Bewerbungen sehen, ehrt uns als Fachgruppe sehr.“
Über den BVDD-Innovationspreis
Ziel der Auszeichnung ist es, die ambulante dermatologische Versorgung in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten und den positiven Einfluss auf die Patientenversorgung sichtbar zu machen. Dabei werden zukunftsweisende Projekte ausgezeichnet, die das Fach Dermatologie weiterentwickeln und konkrete Ideen für die Versorgung liefern – sei es durch innovative Versorgungskonzepte, neue diagnostische oder therapeutische Ansätze, digitale Gesundheitslösungen, nachhaltige Strukturen im Praxis- und Klinikalltag oder beispielhafte Formen der Vernetzung.
Über den Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD)
Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD) ist der Zusammenschluss der in Deutschland niedergelassenen Hautärztinnen und Hautärzte zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen und sozialpolitischen Interessen. Der BVDD hat aktuell rund 4.200 Mitglieder und setzt sich aktiv für verbesserte Rahmenbedingungen zur Versorgung hautkranker Menschen ein, fördert den Nachwuchs in der Dermatologie und beteiligt sich an den großen gesundheitspolitischen Diskussionen rund um Versorgungsinnovationen, medizinischen Fortschritt und neue Technologien wie Telemedizin, für die die Dermatologinnen und Dermatologen in Deutschland ungeschlagen die Vorreiterrolle innehaben. Zu den klassischen Aufgaben des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen gehören zudem Schulungen und Weiterbildungen für seine Mitglieder. Mehr unter: www.bvdd.de
BVDD-Pressestelle
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