MVZ - Medizinisches Versorgungszentrum

Praxismanagement

MVZ - Medizinisches Versorgungszentrum

Medizinische Versorgungszentren sind fachübergreifende, ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte als Vertragsärzte oder als Angestellte tätig sind.
MVZ bieten eine fachübergreifende ambulante Versorgung aus einer Hand und unter einem Dach an. Dadurch, dass für Ärzte unterschiedlicher Fachgruppen die Möglichkeit besteht, mit anderen Beteiligten eng zusammenzuarbeiten, soll eine besonders umfassende und sektorenübergreifende Versorgung angeboten werden. Für Ärzte und Psychotherapeuten bieten MVZ die Chance, als Angestellte an der vertragsärztlichen ambulanten Versorgung gesetzlich Versicherter teilzunehmen, ohne die mit einer Praxisgründung verbundenen wirtschaftlichen Risiken tragen zu müssen.

 

Zulassung und Gründung


Ein MVZ kann von jedem Leistungserbringer gegründet werden, der aufgrund von Zulassung, Ermächtigung oder Vertrag an der medizinischen Versorgung gesetzlich Versicherter teilnimmt. Das können neben Vertragsärzten und -psychotherapeuten auch Apotheker, zugelassene Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie Heil- und Hilfsmittelerbringer sein. Voraussetzungen für die Zulassung eines MVZ sind:


• fachübergreifende Tätigkeit
• Gesellschafter mit der erforderlichen Gründereigenschaft
• Vorlage eines Gesellschaftsvertrags
• Benennung eines ärztlichen Leiters
• alle beteiligten Ärzte bzw. Psychotherapeuten müssen an einem Standort arbeiten


Außerdem:
• Ärzte oder Psychotherapeuten, die im Angestelltenverhältnis arbeiten wollen, müssen ins Arztregister eingetragen sein.
• Die Anstellung von Ärzten oder Psychotherapeuten bedarf der Genehmigung durch den Zulassungsausschuss.

 

Ein MVZ kann sich dieser Rechtsformen bedienen:


• Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
• Partnerschaftsgesellschaft (PartG)
• Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
• Aktiengesellschaft (AG)

 

Medizinisches Versorgungszentrum
Fachübergreifende Tätigkeit


Ein MVZ muss fachübergreifend tätig werden. Eine fachübergreifende Tätigkeit liegt vor, wenn ein MVZ über zwei oder mehr Arztsitze verschiedener Facharzt- oder Schwerpunktbezeichnungen verfügt. Das ist zum Beispiel der Fall bei
• Fachärzten verschiedener Fachgruppen im Sinne der Weiterbildungsordnung,
• Fachärzten für Innere Medizin mit verschiedenen Schwerpunktbezeichnungen oder
• fachärztlichen und hausärztlichen Internisten.

Eine fachübergreifende Tätigkeit liegt nicht vor, wenn


• beide Ärzte zur hausärztlichen Fachgruppe gehören (Beispiel: hausärztlich tätiger Internist und Facharzt für Allgemeinmedizin) oder
• alle ärztlichen Psychotherapeuten und/oder Psychologischen Psychotherapeuten/Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten der psychotherapeutischen Fachgruppe angehören.

 

MVZ und Bedarfsplanung


Durch die Gründung eines MVZ können keine neuen Arztsitze in einem Planungsbezirk geschaffen werden. Vielmehr muss es freie Arztsitze für die im MVZ vorgesehenen Fachrichtungen geben. Ein MVZ kann
• sich zur Gründung oder Erweiterung auf ausgeschriebene Vertragsarztsitze bewerben,
• sich erweitern durch Vertragsärzte, die auf ihre Zulassung verzichten, um sich vom MVZ anstellen lassen. Der auf diesem Sitz anzustellende Arzt muss auch am MVZ-Standort als Angestellter tätig werden.

 

MVZ und Abrechnung


MVZ rechnen wie eine fachübergreifende Gemeinschaftspraxis ab. Jeder im MVZ tätige Arzt erhält ein Regelleistungsvolumen (RLV) zugewiesen. Die RLV werden zusammengerechnet und bilden die Obergrenze für das gesamte MVZ. Dabei gilt: Wenn ein Arzt weniger Leistungen erbracht hat, als sein RLV gestattet, kann ein anderer Kollege mehr tun, ohne dass das Honorar abgestaffelt wird. Wenn die Leistungen der gesamten Praxis die RLV allerdings überschreiten, wird das Honorar abgestaffelt. Hinweis: Das RLV bildet nur einen Teil des ärztlichen Einkommens. Daneben gibt es eine Reihe von Leistungen, die Ärzte zusätzlich abrechnen können.


(Quelle: KV Berlin www.kvberlin.de )