Hautarztverfahren im Überblick

Praxismanagement

Um das zentrale ambulante dermatologische Heilverfahren vor Ort sind die ergänzenden Präventionsangebote wie Hautschutzseminar und stationär-ambulant vernetzte Heilverfahren [1] herum angeordnet. Sie erlauben es, auch schwierige Fragestellungen im Hautarztverfahren zu delegieren (zum Beispiel Versorgung mit Handschuhen bei komplexer Exposition am Arbeitsplatz etc.).

Oft mühen sich Kollegen ab mit diesen und ähnlichen Fragen wie zum Beispiel der beruflichen Relevanz von Kontaktsensibilisierungen (z. B. kommen Epoxydharze am Arbeitsplatz vor oder nicht); für diese Aufgabe ist der Präventionsdienst, früher: Technischer Aufsichtsbeamter, zuständig. Im Hautarztbericht sollte nur vermerkt werden, dass Nachforschungen erforderlich sind; der UVT wird dann ermitteln.

Ebenso sollte die Einbeziehung des Betriebsarztes empfohlen werden. Leider findet in Kleinbetrieben, aus denen sich das Gros der berufsdermatologischen Patienten rekrutiert, eine betriebsärztliche Versorgung vielfach nicht statt.

Der Dermatologe sollte sich zur klinischen Relevanz der gefundenen Sensibilisierungen äußern; wenn auch dies bei protrahierten und komplexen Krankheitsbildern schwierig ist, sind auch hier weitere Ermittlungen der UVT, aber auch die Möglichkeit der zwischengeschalteten stationären Maßnahme [1] oft hilfreich.

Wichtig ist, im Hautarztbericht auf die sich ergebenden Probleme der Beurteilung aufmerksam zu machen; mit der Lösung dieser Probleme steht man dann nicht allein.


Hautarztverfahren leicht gemacht

  • Zustimmung des Patienten einholen – kann direkt auf dem Hautarztbericht (Formular F6050) eingetragen werden
  • ambulantes Hautarztverfahren beantragen
 
– direkt auf dem Formular angeben
  • fragliche berufliche Expositionen durch Präventionsdienst beziehungsweise Betriebsarzt eruieren lassen
 – direkt auf dem Formular angegeben
  • Berufsbezogen testen (kein Gutachten)
- Epikutantestungen, ferner 12 Pricktestungen zum Atopiescreening, Gesamt-IgE, Mykologie etc. möglich
  • für Berufsstoff-Testungen KAB-Netzwerk Göttingen einschalten; übernimmt die Verhandlungen mit Herstellern, besorgt Testsubstanzen für die Durchführung der Testungen in der Praxis.
  • Anschließende Dokumentation der Testergebnisse ist zusätzlich liquidationsfähig
 – alle Details auf ABD/DKG-Infoblatt „Hinweise zur Testung mit Berufsstoffen vom Arbeitsplatz“: Im Internet -> hier  und in Der Dt. Dermatologe 2010, 58: 304ff
  • Für Fragen der Abrechnung, Berufsstoff-Testung etc. ABD-/ DKG-Hotlines nutzen:
 – DKG/KAB-Netzwerk; Frau Dr. A. Krautheim per -> E-Mail oder auch unter Tel.: (0551) 39 1257
  • Die ABD Clearingstelle ist erreichbar unter Tel. (0541) 4051810 und per 
FAX: (0541) 9692445
  • Hautschutzseminar zur Motivationsförderung empfehlen, hilfreich auch in allen Fragen der Versorgung mit Hautschutz (sekundäre Individualprävention; SIP) 
– direkt auf dem Formular angeben
  • Bei hartnäckigen Berufsdermatosen stationär-ambulant vernetztes Heilverfahren empfehlen: Tertiäre Individualprävention [TIP] – direkt auf dem Formular angeben

 


Mehr Info: ABD-Zertifizierungsseminare zur Berufsdermatologie [2] Einzelheiten im Internet hier

 

Literatur zum Thema:

[1]
Skudlik C et al. (2009) Neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Praxis und Klinik: Integrierte Versorgung in der Berufsdermatologie. Hautarzt 60: 722–726

[2]
John SM et al. (2009) Zertifizierung: „Berufsdermatologie (ABD)“: Neues Seminar-Curriculum 2010 der ABD. JDDG 7: 776-786