GOÄ ist auch auf kosmetische Operationen anzuwenden

Praxismanagement

Die GOÄ ist auch auf kosmetische Operationen anzuwenden

Die Patientin hatte mit einem Facharzt für Chirurgie / Plastische Chirurgie, der eine Privatklinik betreibt, vereinbart, dass medizinisch nicht indizierte kosmetische Operationen durchgeführt werden, wie z. B. eine Brustverkleinerung, ein Face-lift und eine Korrektur der Oberlider. Vor Beginn der Operationen hatte der Arzt einen nicht aufgeschlüsselten pauschalen Gesamtbetrag genannt, der dann auch nach der Operation von der Patientin bezahlt wurde. Anschließend kam es zu Streitigkeiten wegen der Rechnungsstellung. Aufgrund des gerichtlichen Hinweises, dass auch medizinisch nicht indizierte kosmetische Operationen auf der Grundlage der GOÄ abgerechnet werden müssen, hat der Arzt seine Liquidation neu erstellt. Dabei ergab sich ein geringeres Honorar. Die Rückzahlung des Differenzhonorars hat die Patientin erfolgreich bis zum Bundesgerichtshof verfolgt. Der Bundesgerichtshof hat in seiner Entscheidung vom 23.03.2006 (III ZR 223/05) bestätigt, dass auch bei der Abrechnung medizinisch nicht indizierter kosmetischer Operationen die Abrechnung auf der Grundlage der GOÄ erstellt werden muss und dabei vor allem auch die Formvorschriften des § 12 GOÄ einzuhalten sind.

RA Dr. Gerd Krieger, Juni 2006