Finanzamt: Einblick in alle privatärztlichen Rechnungen

Praxismanagement

Finanzamt: Einblick in alle privatärztlichen Rechnungen

Grundsätzlich besteht ein ärztliches Zeugnisverweigerungsrecht auch gegenüber den Finanzbehörden (§ 102 Abs. 3c AO).

Es ist nicht zwingend erforderlich, dass alle Privatabrechnungen dem Steuerprüfer vorgelegt werden müssen. Dies wäre ein Verstoß gegen die gesetzliche Schweigepflicht, die auch in § 9 MBO vorgeschrieben ist.

Lediglich dann, wenn der konkrete Verdacht besteht, dass ein Steuerbetrug begangen worden ist, können bestimmte Patientenunterlagen verlangt werden. Z.B. dann, wenn Leistungen erbracht und abgerechnet wurden, das Honorar aber nicht über die vom Finanzamt einsehbaren Bücher verbucht wurde.

Es ist ratsam vom Finanzamt eine schriftliche Verfügung zu verlangen, die mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen ist.

Nähere Einzelheiten sollten bei einem Steuerberater erfragt werden.