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Im Zeichen der Teledermatologie

BVDD-Innovationspreis 2015

FRANKENTHAL/DORTMUND - Alle reden von Telemedizin. Hautärzte unternehmen etwas, um die Möglichkeiten des Internets für eine bessere medizinische Versorgung und die Fortbildung im eigenen Fach zu nutzen. Das beweisen zahlreiche Einsendungen zum „BVDD-Innovationspreis 2015“, den der Berufsverband der Deutschen Dermatologen gemeinsam mit dem Stifter, der Jenapharm, auf der Tagung „Dermatologische Praxis“ in Frankenthal mit nahezu 1.000 teilnehmenden Hautärzten neu vergeben hat.

„Wir als Sponsor schätzen die Tatsache, dass Ideen und Innovationen aus der täglichen Praxis Anerkennung und eine Plattform der Verbreitung finden, die ganz konkrete Verbesserungen in der Versorgung der Patienten und in der Verbesserung der Workflows der Fachärzte herbeiführen“, unterstreicht Dr. Sebastian Landschulze für den Stifter Jenapharm die soziale und politische Dimension des Preises.

Den 1. Preis und damit das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro sprach die Jury Dr. Thomas Brinkmeier für die von ihm neu entwickelte Online-Plattform www.wikiderm.de zu, mit der der Dortmunder Hautarzt ein Online-Nachschlagewerk zu allen wichtigen dermatologischen Krankheitsbildern auf den Weg gebracht hat. „Das Wiki soll dazu beitragen, die diagnostische Vielfältigkeit, den rasanten Wissenszuwachs zu den Ursachen bestimmter Hauterkrankungen, die modernen medikamentösen und apparativen Entwicklungen und die damit verbundene Komplexität unseres Fachbereichs auch unter Alltagsbedingungen der Hautarztpraxis abzubilden“, erläutert Brinkmeier.


Wikiderm befinde sich auf dem Weg zu einem umfassenden Gemeinschaftsprojekt im Sinne der Wiki-Grundidee, so der Initiator. Das Portal ist frei zugänglich, wendet sich aber in erster Linie an Ärzte. Angemeldete Nutzer können Beiträge kommentieren und bearbeiten, die volle Nutzung ist aber auch ohne Anmeldung und Passwort möglich. Die Nutzer sind aufgerufen eigenes Bild- und Informationsmaterial beizusteuern, um den Informationsaustausch zu intensivieren.

Eine Urkunde und lobende Anerkennung für ihr eingereichtes Projekt erhielten außerdem:

• Prof. Thomas Dirschka, Düsseldorf/Wuppertal für seine seit November 2014 in St. Petersburg installierte Teledermatologieeinheit, die seinen russischen Patienten häufig Flugreisen und Hotelaufenthalte in Deutschland erspart. Die teledermatologische Sprechstunde – mit Dolmetscher – ist geeignet für Patienten, die auf dem Wege einer Bild- und Tonübertragung diagnostiziert und nach entsprechender Anleitung weiterbehandelt werden können.

• Dr. Marion Krakor für das von ihr initiierte „Leipziger Zentrum für Transsexuelle Medizin“, ein Beratungs- und Behandlungszentrum für transidente Menschen, in dem sich fachgruppenübergreifend qualifizierte Mitarbeiter den nicht alltäglichen Problemen von Transgendern widmen.

• Dr. Angelika Rietz, Geretsried, für die von ihr entwickelte Zusatzqualifikation „Medizinischer Gesundheits-Therapeut“, die die Mitarbeiter/innen dazu befähigt, Patienten zu Fragen der medizinischen Gesundheit und Ästhetik umfassend zu beraten.

• Dr. Ullrich Shih, Leonberg, für seine Personal Information App (PIA), die Laborwerte und histologische Befundergebnisse mit seinen ärztlichen Kommentaren und Anweisungen auf das Smartphone des Patienten überträgt.

• Dr. Florian Velten, Frankfurt, für seine Online-Videosprechstunde, die er allen Selbstzahler- und Privatpatienten der Praxis anbietet. Gebucht werden diese Termine online auf der Praxis-Homepage.