Dermatologie und Politik: Rahmenbedingungen mitgestalten

Entscheidungsfindung

Entscheidungsfindung

Die Strukturen des deutschen Gesundheitswesens sind komplex und vielschichtig. Behörden, Körperschaften öffentlichen Rechts und private Unternehmen agieren in einem Geflecht von ärztlicher und gemeinsamer Selbstverwaltung, gesetzlichen wie privaten Kostenträgern, unterschiedlichen Krankenhausträgern, pharmazeutischer Industrie, Lobbyisten und staatlichen Instanzen.

Kompetente Vermittler

Auf allen Ebenen ist dermatologischer Sachverstand erforderlich, um für Patienten mit Hauterkrankungen eine moderne, qualitativ hochwertige, bezahlbare, flächendeckende und wohnortnahe Versorgung gestalten zu können.

BVDD und DDG verstehen sich als fach- und sachkompetente Vermittler in Gesprächen mit Ministerien, Krankenkassen, Gemeinsamem Bundesausschuss, dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Kassenärztlicher Bundesvereinigung, Bundesärztekammer, Kassenärztlichen Vereinigungen und Kammern auf Landesebene, Selbsthilfegruppen von Patienten sowie pharmazeutischer Industrie.

Europäisches Engagement

Entwicklungen auf europäischer Ebene werden zunehmend wichtig, weshalb wir auch in Brüssel und Straßburg das fundierte Know-how der Dermatologie in Deutschland einbringen. Unser Engagement zielt auf eine Führungsrolle in Forschung und Lehre auf nationaler und europäischer Ebene, auf eine möglichst rasche Verfügbarkeit ausgereifter diagnostischer und therapeutischer Konzepte für unsere Patienten und auf eine auskömmliche Bereitstellung von Ressourcen für die ganze Bandbreite dermatologischer Leistungen.

Versorgungsstrukturen

Versorgungsstrukturen weiter entwickeln

BVDD und DDG sehen sich in der Verantwortung, an der Entwicklung, Erprobung und Umsetzung neuer Versorgungsformen, neuer Kooperationen und neuer Wege in der Kommunikation mit Patienten mitzuwirken und diese — wo immer möglich — aktiv zu gestalten. Die nachfolgend aufgeführten Limitierungen müssen auch im Sinne des Nachwuchses beseitigt werden. Junge Dermatologinnen und Dermatologen wollen umsetzen, was sie gelernt haben, und das an Diagnostik und Therapie anbieten können, wovon sie fachlich überzeugt sind.

Die derzeitigen Rahmenbedingungen behindern die zeitnahe Einführung neuer Leistungen in die Versorgung gesetzlich Krankenversicherter. Innovationen kommen teilweise auch zehn bis fünfzehn Jahre nach Einführung in die Regelversorgung des Faches nicht beim Patienten an. Als Beispiele hierfür seien die Laserchirurgie und die photodynamische Therapie genannt. Wenn der Gesetzgeber seinem im § 2 SGB V formulierten Anspruch an eine dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechende Versorgung gerecht werden will, bedarf es gesetzlicher Regelungen, die eine zügige Umsetzung von Forschung in Praxis erlauben. BVDD und DDG suchen auch in Zukunft das Gespräch mit Entscheidungsträgern, um diese Ziele zu erreichen.

Die Nutzung neuer Medien, für die seit geraumer Zeit ausgereifte Systeme zur Verfügung stehen, scheitert an datenschutzrechtlichen Bestimmungen, unklaren rechtlichen Vorgaben, mangelnder Finanzierung und fehlender Einbindung ins System der gesetzlichen Krankenversicherung. BVDD und DDG bemühen sich aktiv um die Etablierung standardisierter, qualitätsdefinierter und in Praxis und Klinik einsetzbarer IT-Lösungen, die allen Patienten in Deutschland zur Nutzung bereitgestellt werden sollen.

Hautkrebs-Screening bleibt auch acht Jahre nach der Einführung eines gesetzlichen Früherkennungsprogramms eine Herausforderung - trotz hoher Akzeptanz und starker Inanspruchnahme. Während es Kritikern allein um den Nachweis einer Mortalitätssenkung geht, legen wir Dermatologen darüber hinaus großen Wert auf Aufklärung, Primärprävention und insgesamt bessere Therapieergebnisse durch frühe Kontrolle des hellen Hautkrebses sowie eine effiziente Behandlung, mit der Kosten für vermeidbare Operationen, Chemotherapien oder Arbeitsausfall verringert werden.

Die Hautkrebszahlen in Deutschland steigen stärker, als dies aus offiziellen Statistiken hervorgeht. Damit einher geht eine stetig wachsende Zahl an Operationen – die meisten davon im Fach Dermatologie. BVDD und DDG setzen sich dafür ein, dass die erforderlichen Kapazitäten und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Fokus auf Evidenz

Fokus auf Evidenz

Seit 2004 erarbeitet das von BVDD und DDG initiierte Centrum für Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm) systematisch und kontinuierlich Daten zur Versorgung verschiedenster Krankheitsbilder in Deutschland. Unsere Bemühungen um eine fundierte Darstellung der Versorgungsprobleme in der Dermatologie finden bei Kostenträgern und politischen Entscheidungsträgern zunehmend Gehör. Wir erwarten, dass Entscheider in Politik und Selbstverwaltung sich unseren Argumenten und Handlungsempfehlungen stellen, nachgewiesene Defizite anerkennen und mit sachgerechten Strategien unterstützen.