Dermatologie als Systemfach: Dermatologie neu denken

Vielseitigkeit

Vielseitigkeit

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers: Sie ist Schutzhülle, Grenze nach außen, Fenster nach innen. Die Dermatologie als Querschnittsfach erstreckt sich von der Physiologie und Pathologie von Haut und Schleimhäuten über Ent-zündungsprozesse und Wundversorgung bis hin zur immunologischen Abwehr und Autoimmunologie — Themen also, die auch in anderen Fachrichtungen eine wichtige Rolle spielen.

Allergologie, Onkologie, Immunologie, operative Dermatologie und chronisch-entzündliche Hauterkrankungen gehören zum Alltag eines jeden Dermatologen, der täglich über den Tellerrand seines Fachgebietes schaut und regelmäßig bei der Einschätzung des Hautbefundes Kollegen anderer Disziplinen berät.

Patienten jeden Alters und Geschlechts kommen zum Hautarzt in die Praxis. Neben spezifisch dermatologischen Fragestellungen spielt immer auch die individuelle Situation des Patienten eine Rolle. Hautkrankheiten sind häufig sichtbar.

Versorgung - Aufklärung - Ästhetik

Mit ästhetischen Beeinträchtigungen geht mitunter auch eine soziale Stigmatisierung einher. Hier ist neben dem versierten Wissenschaftler der einfühlsame Arzt gefragt. In der operativen Dermatologie, insbesondere im Gesichtsbereich, geht es daher neben der medizinischen Notwendigkeit immer auch um bestmögliche ästhetische Ergebnisse.

Innovation und Wandel

Innovation und Wandel

Der medizinische Fortschritt der letzten Jahrzehnte hat auch in der Dermatologie zu einem enormen Wissenszuwachs geführt. Vor zehn Jahren begann mit einer neuen Klasse von Medikamenten der Aufbruch in Richtung Systemtherapie in der Dermatologie. Im Zuge dieser Dynamik wurde der Begriff „Internist für die Haut“ geprägt.

Neue Medikamente

Den Anfang machten Biologika zur Behandlung der Schuppenflechte, es folgten radikal neue Therapieansätze zur Behandlung anderer schwerer entzündlicher Krankheiten (z. B. Systemtherapie bei Urtikaria oder atopischem Ekzem) bis hin zur Entdeckung der wirksamen Tumor-Immuntherapie für solide Tumoren. Die ersten medizinischen Erfahrungen wurden mit dem schwarzen und dem hellen Hautkrebs erzielt.

Neue Technologien

Die Offenheit des Faches Dermatologie gegenüber Neuerungen in der Medizin und Informationstechnologie erhöht dessen Attraktivität für den Nachwuchs. Diese Innovationskraft gilt es nach innen und nach außen aktiv zu kommunizieren.

Kompetenzerweiterung

Kompetenzerweiterung

Mehr denn je sind neben medizinischem Knowhow auch Gesundheitssystemkenntnisse und eine Vertrautheit mit gesetzlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen des Arztberufs erforderlich. Wie wichtig das ist, zeigen oft schon Unsicherheiten beim Thema Niederlassung oder Wünsche nach Unterstützung angesichts steigender Anforderungen an das Arbeiten in Klinik und Praxis.

Gesundheitspolitik und Management


Es gilt, die jungen Kolleginnen und Kollegen an das gesundheitspolitische und betriebswirtschaftliche Umfeld heranzuführen und ihr Interesse an der aktiven Mitgestaltung des eigenen beruflichen Umfelds in Politik und Selbstverwaltung zu wecken.

Information, Verantwortung und Unterstützung heißen hier unsere Aufgaben, damit der Nachwuchs Leidenschaft und Begeisterung für das Fach mit beruflicher Sicherheit vereinbaren kann.