Dermatologie und Patient*innen: Bedarfsorientiert versorgen

Herausforderung Innovation

Herausforderung Innovation

Die Dermatologie hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Durch neue Erkenntnisse immunologischer Zusammenhänge ist es gelungen, für chronisch-entzündliche Erkrankungen wie die Schuppenflechte incl. deren Gelenkbeteiligung, schwere Formen der Akne, aber auch das maligne Melanom und den hellen Hautkrebs zielgerichtete Therapien zu entwickeln.

Dermatologie wird ganzheitlicher

Dieser Fortschritt ermöglicht es, vielen Patienten durch Besserung des Krankheitsbildes eine hohe Lebensqualität zurückzugeben. Das Fach Dermatologie wandelt sich, es kommen zunehmend chirurgische, internistische und onkologische Ansätze hinzu. Das Fach wird ganzheitlicher.

Zugang zu innovativen Therapien ermöglichen

Um diese wünschenswerte Entwicklung zu unterstützen, bedarf es des Umdenkens bei den Kolleginnen und Kollegen des eigenen Fachs, anderer Fächer, der breiten Öffentlichkeit und nicht zuletzt auch bei Kostenträgern und der Politik. Ziel muss es sein, allen Patienten umfassenden Zugang zu innovativen Therapien zu ermöglichen.

Durchgängige Versorgung

Durchgängige Versorgung

Vom Hautkrebs-Screening über klinische und technische Diagnostik bis zur klassischen Externatherapie, von modernen Verfahren der Licht- und Lasertherapie über plastische Operationen großer Tumoren sowie der Immuntherapie bis hin zur Nachsorge ist die systematische Vernetzung der ambulanten und stationären Versorgung erforderlich.

Zur durchgängigen Versorgung gehört die ganzheitliche Betrachtung der Patienten mit ihren körperlichen und seelischen Belastungen. Die Haut ist der Spiegel der Seele, der Informationsgeber auch über innere Erkrankungen speziell im Stoffwechselbereich. In Zeiten exponentiellen Informationszuwachses, permanenter Erreichbarkeit und Reizüberflutung kommen viele Menschen an ihre Grenzen, körperlich und seelisch. Das wirkt sich auch auf die Haut aus.

Sich auf die umfassende Betreuung des Patientinnen und Patienten einzulassen ist für die Dermatologie eine große Herausforderung. Wo immer möglich wollen wir den Anteil der sprechenden Medizin ausbauen. Als Dermatologen wollen wir bei immunologischen und onkologischen Fragestellungen eine fachübergreifende Führungs- und Lotsenrolle anstreben.

Telemedizin

Telemedizin

Als visuell geprägtes Fach verwendet die Dermatologie seit langem und sehr erfolgreich verschiedenste optische Techniken und ist an der Entwicklung von Innovationen maßgeblich beteiligt.

Mehr als in jedem anderen Fach bietet sich die Nutzung der Telemedizin an, weil auf der Haut viele Veränderungen gut sichtbar sind. Gerade für die Versorgung in der Fläche (wenige Dermatologen, weite Wege) bedeuten Videosprechstunden einen Durchbruch. Sie sind das Medium, um Arzt und Patient, auch Arzt und Arzt, über Entfernungen zusammenzubringen. Für Verlaufskontrollen nach Operationen, bei Wunden, aber auch bei internistischen Therapien von Dermatosen bieten sich Videosprechstunden an. Es gilt, telemedizinische Systeme in möglichst vielen Praxen einzuführen und Kollegen wie Kostenträger von den Vorteilen dieser Sprechstunden zu überzeugen. Ähnliches gilt für IT-gestützte Funktionen wie Online-Erreichbarkeit der Praxen über Email sowie Online-Terminmanagement und Online-Befundübermittlung. All dies wird bereits genutzt, muss jedoch noch ausgebaut werden.

Vorreiter Dermatologie

Für die Zukunft streben wir einen patienteneigenen Datenpool mit hohem Datenschutz-Standard an, aus dem der Patient sowie mit dessen Zustimmung die ihn behandelnden Versorger raschen Zugriff auf relevante medizinische Informationen haben. Ein solches System spart Zeit und Geld und minimiert Risiken. Während die elektronische Gesundheits- bzw. Patientenakte in anderen Ländern seit vielen Jahren genutzt wird, ist Deutschland hier Schlusslicht – nicht aber die deutsche Dermatologie.