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Psoriasis: Ersatzkassen anerkennen besonderen Versorgungsbedarf

STUTTGART – Viele Jahre lang haben sich Dermatologen vergeblich um Verträge mit Krankenkassen zur besseren Versorgung von Schuppenflechtekranken bemüht. Jetzt liegt ein Angebot vor.

Überraschend berichtete Dr. Ralph von Kiedrowski bei der Jahrestagung des Psoriasis-Praxisnetzes (PPN) Süd-West von einem Vertragsangebot der Ersatzkassen unter Federführung der Techniker Krankenkasse. Die TK hatte sich bereits im Vorjahr  im Rahmen der Nationalen Versorgungskonferenz Psoriasis an den Berufsverband gewand.

Der Rahmen, die Praxistagung des Psoriasis-Praxisnetzes Süd-West, hätte nicht besser ausgewählt werden können. Über etliche Jahre hatte das PPN Süd-West in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland eigene Gespräche mit Krankenkassen geführt, um die Versorgungssituation der Schuppenflechtekranken zu verbessern. Das unerwartete „Geburtstagsgeschenk“ zum 10-jährigen Gründungsjubiläum des Netzwerks hatte der Interims-Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen erst wenige Stunden zuvor per Mail erhalten.

Angestrebt werde eine Vereinbarung nach §140 a des SGB V zur Regelung eines besonderen Versorgungsbedarfs bei der Behandlung mit den innovativen molekular biologischen Wirkstoffen, die bereits zu Beginn des neuen Jahres wirksam werden soll, berichtete er vom Ergebnis seiner Verhandlungen in Hamburg. Die TK habe auf dieser Grundlage ein Vertragsangebot übermittelt. 

Wie von Kiedrowski weiter darstellte, werden Bonusregelungen für die Betreuung von mittelschwer bis schwer erkrankten Schuppenflechtenpatienten angeboten. Die Krankenkassen verbinden dieses Angebot bei der Verordnung von rabattierten Wirkstoffen und Biosimilars mit einer Entlastung bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung. Anderseits soll die Teilnahmeberechtigung an qualitätssichernde Voraussetzungen wie das Psoriasis-Zertifikat, die Teilnahme an einschlägigen Fortbildungsangeboten und an weitere Maßnahmen wie die Meldung an das PsoBest-Register gebunden werden.

Die Honorierung erfolgt extrabudgetär. Über die Höhe der Boni besteht noch Verhandlungsbedarf, genauso wie das gesamte Vertragswerk noch einer eingehenden sachlichen und juristischen Überprüfung des BVDD als Vertragspartner bedarf, wie von Kiedrowski unterstrich.

Mehr zum 10-jährigen Bestehen des PPN Süd-West und von der Praxistagung >> hier