Therapieziel Remission – eine Herausforderung

Pressemitteilung

Omalizumab bei chronischer spontaner Urtikaria

MÜNCHEN – Volle Symptomfreiheit erreichen bislang kaum die Hälfte aller Patienten, die an einer chronisch spontanen Urtikaria leiden. Im Februar 2014 wurde der monoklonale Antikörper Omalizumab als Zusatztherapie bei Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria ab einem Alter von 12 Jahren zugelassen. Vollständigen Symptomfreiheit wird damit erstmals für Betroffene möglich, die nicht auf die Standardtherapie ansprechen.

In der Behandlung der chronisch spontanenUrtikaria  werden bislang Antihistaminika als Standardtherapie eingesetzt. (1) Rund 50 % der Betroffenen erfahren bei einer Behandlung mit der zugelassenen Dosierung mit Antihistaminika eine Linderung der Symptome. Für die restlichen Patienten gestaltet sich die Therapie als schwierig. (2)


Dauerhafte Symptomfreiheit – Therapieziel bei csU
Die in der aktuellen S3-Leitlinie für den deutschsprachigen Raum verabschiedeten Empfehlungen zur Behandlung aller Urtikaria-Formen geben als oberstes Therapieziel die vollständige Symptomfreiheit an. Dabei werden grundsätzlich zwei Ansätze verfolgt: Neben der Identifikation und Eliminierung der Ursachen und/oder auslösenden Faktoren sollte jedem Patienten eine symptomatische Behandlung vorgeschlagen werden.

Da viele Beschwerden bei einer Urtikaria durch Effekte von Histamin auf H1-Rezeptoren der Endothelzellen und sensorische Nerven verursacht werden, werden in der aktuellen S3- Leitlinie nicht sedierende H1-Antihistaminika der zweiten Generation als Standardtherapie  (Standard of Care; SoC) empfohlen. Bei circa jedem zweiten Betroffenen wird infolge der Behandlung mit der zugelassenen Dosierung mit Antihistaminika eine Linderung der Symptome erzielt. Die restlichen Patienten bleiben trotz aktueller Standardmedikation therapierefraktär.
Über den Therapiestandard mit H1-Antihistaminika hinaus sehen die aktuellen Leitlinien folgendes vor (1): Sprechen die Patienten innerhalb der ersten zwei Wochen nicht auf die Medikation an, sollte eine bis zu vierfache Erhöhung der zugelassenen Dosis getestet werden. Bestehen dann nach ein bis vier Wochen weiterhin Symptome, sollte die zusätzliche Gabe von Montelukast, Ciclosporin oder Omalizumab in Betracht gezogen werden.(1,3) Von diesen drei Optionen besitzt ausschließlich Omalizumab die Zulasssung für die therapierefraktäre csU.

Neuer Behandlungsansatz für therapierefraktäre Patienten zugelassen

Unter zugelassener Standardmedikation erreicht etwa die Hälfte der Patienten nicht ihr Ziel der Symptomkontrolle. Neben den generellen Symptomen wird der Leidensdruck für diese Patienten durch die soziale Isolation, Einschränkung der körperlichen Aktivität, Depressionen und Limitierung der Freizeitaktivitäten noch verstärkt. (4) Mit dieser Situation sind natürlich weder der behandelnde Arzt noch die Patienten zufrieden, denn in der Folge leidet auch das Vertrauensverhältnis zwischen beiden.

Sowohl Ärzte als auch die csU-Patientenpopulation, die unter H1-Antihistaminika-Gabe keine ausreichende Beschwerdelinderung erfährt, wünschen sich daher eine effektive Therapie, mit der eine schnelle und dauerhafte Kontrolle der Symptome bei csU ermöglicht werden kann. Der für diese Indikation neue Behandlungsansatz mit Omalizumab, der die durch Histamin induzierten Hautreaktionen bei einer csU unterdrückt, ist seit Februar 2014 als Zusatztherapie bei csU zugelassen. Die Zulassung beruht auf den Ergebnissen des umfangreichen Studienprogramms der drei Phase-III-Studien ASTERIA I, II und GLACIAL. In den Zulassungsstudien wurden Wirksamkeit und Sicherheit von Omalizumab an nahezu 1.000 von csU betroffenen Patienten untersucht, die nicht auf die Standardtherapie mit H1-Antihistaminika ansprachen. (5–7)

Quellen
1. Zuberbier T et al., Allergo J 2011; 20:259-276.
2. Sánchez-Borges et al., World Allergy Organ 2012; 5:125-147.
3. Zuberbier T et al., Allergy 2014, im Druck.
4. O’Donnel BF et al., Br J Dermatol 1997; 136:197-201.
5. Maurer M. et al., EADV Annual Meeting 2013; Abstract #FC09.1.
6. Kaplan A et al., J Allergy Clin Immunol 2013; 132:101-109.
7. Maurer M et al., N Engl J Med 2013; 368:924-935.