Wird jetzt die wohnortnahe ambulante Facharztversorgung eingespart?

Gesundheitspolitik

Hautärzte wenden sich an ihre Abgeordneten

Berlin - Die 624 Abgeordneten des Deutschen Bundestags erhalten in den nächsten Tagen und Wochen massenhaft Post direkt aus ihrem Wahlkreis: von möglichst jedem einzelnen örtlichen Dermatologen. Dazu hat die Delegiertenversammlung des Berufsverbandes am vergangenen Wochenende in Berlin sämtliche Mitglieder bundesweit aufgerufen.

Zahlreiche Delegierte haben in Gesprächen mit örtlichen Mandatsträgern nämlich die Erfahrung gemacht, dass den Abgeordneten die Konsequenzen der Pläne von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wie offenbar noch überhaupt nicht richtig wahrgenommen haben. Sie fürchten, dass die freie Arztwahl preisgegeben, die wohnortnahe fachärztliche Versorgung ausgedünnt und das persönlichen Vertrauensverhältnisses Arzt-Patient zerstört wird, wenn Hautkranke in Zukunft keine Möglichkeit mehr erhalten, sich unmittelbar an ihren Hautarzt zu wenden und die fachärztliche Versorgung nur noch in kliniken und Gesundheitszentren stattfindet.

Das Schreiben der Hautärzte an die Abgeordneten schließt mit dem plakativen Satz: „Ich frage Sie, ob sie das wollen?” und der Aufforderung Stellung zu nehmen.

„Es muss uns allen klar sein, dass es jetzt um die Zukunft jeder einzelnen Hautarztpraxis geht,” betont BVDD-Präsident Schubert. „Wer diese Kampagne nicht tatkräftig unterstützt und mitmacht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.”

 

Eine Deutschlandkarte verzeichnet online im Internet sämtliche Wahlkreise und bietet eine integrierter Suche nach Wohnort. Von dort führt dann ein Link zu jedem einzelnen Mandatsträger samt Anschrift des Abgeordnetenbüros.

 

Über Reaktionen und Ergebnisse der neuen Kampagne berichtet das Verbandsorgan des BVDD „Der Deutsche Dermatologe” in den kommenden Ausgaben. Wer mitmacht, sollte die eingehenden Rückantworten der Abgeordneten an die Redaktion weiterleiten: