Patienten wollen nur beim Wunscharzt schnellen Termin

Gesundheitspolitik

KBV-Versichertenbefragung zeigt große Zufriedenheit mit den Ärzten

BERLIN - Die inzwischen siebte Patientenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) beweist erneut: Die meisten Bürger sind mit ihren behandelnden Ärzten und Psychotherapeuten sehr zufrieden. Beim Thema Wartezeiten spielt der Wunscharzt eine entscheidende Rolle – nur bei ihm wollen Patienten einen möglichst schnellen Termin haben.

Für die aktuelle Untersuchung befragte die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KBV vom 22. April bis 20. Mai insgesamt 6.087 zufällig ausgewählte Bundesbürger. Demnach beschreiben 92 Prozent aller Befragten ihr Vertrauensverhältnis zum letztbesuchten Arzt als „gut“ oder „sehr gut“. Ebenfalls 92 Prozent der Versicherten schätzten die Fachkompetenz ihres zuletzt besuchten Arztes als „gut“ oder „sehr gut“ ein. „Diese Werte zeigen, dass die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen eine hervorragende Arbeit leisten und diese auch von den Patienten geschätzt wird“, sagte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Auch das Thema Wartezeiten wurde abgefragt. „Wie in den Jahren zuvor zeigt sich auch hier, dass die derzeit herrschenden Wartezeiten objektiv nur von wenigen als zu lang empfunden werden“, erklärte Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der KBV. Nur einem von zehn Befragten hat es bei seinem letzten Arztbesuch nach eigener Einschätzung zu lange gedauert, bis ein Termin zustande kam. 62 Prozent der Befragten erhielten innerhalb von drei Tagen einen Arzttermin.

Von den Plänen der Bundesregierung, Terminservicestellen zu errichten, haben 36 Prozent der Versicherten gehört. Zwei Drittel der Befragten empfanden eine zentrale Vergabestelle als gut, jedoch glaubten nur 30 Prozent, dass sich damit Wartzeiten verkürzen lassen. „Wir lehnen eine zentrale Lösung ab, da diese nicht nur die Arztfreiheit aufhebt, sondern auch dem Wunsch vieler Patienten entgegenläuft“, erklärte Gassen. „Immerhin 72 Prozent der Befragten sagen, dass sie nicht zu irgendeinem, sondern zu ihrem Wunscharzt möchten.“ Eine zentrale Terminservicestelle könne solche Wünsche jedoch nicht berücksichtigen.