Corona-Risiken bei Psoriasis: Selbst unter Systemtherapie kein Grund zur Panik

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Anti-entzündliche, innerlich wirkende Medikamente modifizieren die Reaktionsweise des Immunsystems bei Schuppenflechte (Psoriasis). Haben Menschen mit einer Psoriasis generell – und besonders unter solchen Therapien – ein erhöhtes Risiko für die Coronavirus-Infektion? Was ist zu beachten? Und wie sollen sie sich schützen? Dr. Ralph von Kiedrowski, Mitglied im Vorstand des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen, nimmt Stellung.

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Wir wissen noch zu wenig, um die Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion (die Erkrankung wird COVID-19 genannt) für Psoriatiker in allen Einzelheiten bewerten zu können. Fakt ist: grundsätzlich ist das Risiko einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 nicht höher als das derzeitige Ansteckungsrisiko für andere respiratorische Keime (z.B. Influenza), denn wir haben derzeit ohnehin Grippewelle. Insofern gelten für Psoriasis-Patienten, die ansonsten gesund sind, die gleichen Vorsichtsmaßregeln wie für Alle: Händehygiene, Abstand halten von Erkrankten (1-2 m), sowie die Beachtung der Husten- und Nießetikette (in den Ellbogen, Gebrauch von Einmaltaschentücher und diese gleich nach dem Gebrauch entsorgen).

Bei ersten Symptomen einer Coronavirus-Infektion wie Schnupfen, erhöhter Temperatur (ab 37,5 Grad) oder Fieber (ab 38,0 Grad) , Halsschmerzen oder Schluckbeschwerden (einige Patienten leiden auch unter Durchfall) sollten Patienten zunächst einmal abklären lassen, ob der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion begründet ist und (telefonischen) Kontakt mit dem Hausarzt und ggfs. auch mit dem behandelnden Dermatologen aufnehmen; bis zur Klärung des Verdachts sollte eine Psoriasis-Systemtherapie pausiert werden. 

Die Frage, ob eine Psoriasis-Systemtherapie prophylaktisch abgesetzt werden sollte, ist nur im Einzelfall zu beantworten. Bei den alljährlichen Grippewellen der letzten Jahre haben wir bislang nicht dazu geraten. Letztlich hängt es vom Gesundheitszustand des Einzelnen und von den Wirkstoffen ab: für Patienten, die unter ihrer Immuntherapie auch bislang häufiger Infekte erlitten und/oder eine zusätzliche Lungenerkrankung haben, kommt eine Therapiepause ggfs. in Betracht. Substanzen wie TNF-Alpha-Antagonisten  weisen in Studien und Registern ein höheres Infektionsrisiko auf als die Substanzen zur Inhibition von IL17, IL23 oder PDE4. Substanzen wie IL12/23 oder MTX zeigen zudem im klinischen Alltag häufiger protrahierte Infektverläufe, bei MTX ist zudem zu bedenken, dass die Substanz in seltenen Ausnahmefällen lungenschädigend wirken kann. 

Wer noch keine Influenza- und Pneumokokken-Impfung hat vornehmen lassen, dem kann eine solche zusätzliche Vorsorgemaßnahme auch jetzt noch empfohlen werden. 

Insgesamt sei im Rahmen der Fragestellung Psoriasis-Systemtherapie und SARS-CoV-2-Infektion auch darauf hingewiesen, dass nicht bekannt ist, ob ein nach Absetzen der Immuntherapie wieder „fehlgesteuertes“ Immunsystem überhaupt einen besseren Ansteckungsschutz darstellt. Zudem verlaufen 4 von 5 Erkrankungsfälle von COVID-19 bislang mild.

Weitere Informationen auch unter www.rki.de oder www.infektionsschutz.de .