Bayerischer Hausärzteverband lässt die Muskeln spielen

Gesundheitspolitik

Nach der Wahl zur Vertreterversammlung

MÜNCHEN - Starke Worte vom Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV): nach dem Sieg bei den Wahlen zur Vertreterversammlung erklärt BHÄV-Chef Dr. Wolfgang Hoppenthaller in einem Rundfax an die Mitglieder: „Wenn wir unsere Praxen und unseren Patientinnen ihre hausärztliche Versorgung erhalten wollen, bleibt nur der Systemausstieg!“

Bei den VV-Wahlen wurde der BHÄV mit 21 von 50 Sitzen die mit Abstand stärkste Fraktion. Aus diesem Erfolg leitete Hoppenthaler einen Anspruch auf einen Sitz im künftigen KVB-Vorstand ab. Dabei lässt er keine Zweifel daran, dass es beim Ziel Systemausstieg bleibt. „Diesen Vorstandsitz benötigen wir, um den Systemwechsel, also den Austritt aus diesem Körperschaftssystem, reibungslos zu vollziehen“, erklärte Hoppenthalller gegenüber der „Ärztezeitung“.

Parallel zu den beginnenden Sondierungen zur Koalitionsbildung macht der BHÄV daher weiter massiv Werbung für einen Systemausstieg. Begründet wird dies neben der ungerechten Honorarverteilung innerhalb der KV vor allem mit der Befürchtung, die bislang sehr günstigen Hausarztverträge könnten keinen Bestand haben. Für den 26. Januar hat der BHÄV zu einer Versammlung nach Nürnberg eingeladen. Hier könnte nach dem Willen der Verantwortlichen bereits eine Entscheidung zum Systemausstieg fallen. „Kommt am 26.1.2011 mit nach Nürnberg, die Entscheidung über eine Rückgabe der Zulassung kann dort fallen“, schreibt Dr. Stefan Herzog in einer auf der BHÄV-Internetseite veröffentlichten Rundmail.

Eine Gruppe Gemündener Hausärzte wendet sich mit einem offenen Brief an die CSU-Landesgruppe, und fordert sie auf, für den Erhalt der 77b-Verträge zu stimmen. „Und wir werden uns und die bayerischen Bürger in zwei Jahren bei der Landtagswahl und in drei Jahren bei der Bundestagswahl daran erinnern, wer für den herrschenden Zustand der Gesundheitsversorgung verantwortlich ist“, lässt der BHÄV in dem namentlich an CSU-Gesundheitsexperten Wolfgang Zöller adressierten Schreiben die Muskeln spielen.