Arbeitsmedizinische Vorsorge Außenarbeiter: Mehr Schutz vor UV-Strahlung

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Beschäftigte in Außenberufen sollen künftig besser vor Hautkrebs durch UV-Strahlung geschützt werden. Dazu hat das Bundeskabinett eine Änderung der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge beschlossen. Nun muss noch der Bundesrat grünes Licht geben.

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Das Bundeskabinett hat die Zweite Verordnung zur Änderung der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) beschlossen. Unter anderem wird ein neuer Angebotsvorsorgeanlass für Tätigkeiten mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung ergänzt. Ziel ist es nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen durch natürliche UV-Strahlung zu vermeiden oder zu minimieren und die hohe Zahl an Berufskrankheiten mit Hilfe von präventiven Maßnahmen zu reduzieren.

Seit dem 1. Januar 2015 werden "Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung" (heller Hautkrebs) in der Berufskrankheiten-Verordnung als Berufskrankheit Nummer 5103 geführt. Bis Ende 2017 gab es nach Angaben des BMAS bereits rund 12.500 Anerkennungen und 16 Todesfälle. Betroffen sind insbesondere die Landwirtschaft und das Baugewerbe. Über alle Branchen hinweg ist die Berufskrankheit Nummer 5103 nach Lärmschwerhörigkeit die zweithäufigste Berufskrankheit, im Bereich der Landwirtschaft sogar die häufigste.

Im Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge soll deshalb ein neuer Angebotsvorsorgeanlass für Tätigkeiten mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung (ab einer Stunde) ergänzt werden. Damit soll der Schutz der Beschäftigten an den Stand der Arbeitsmedizin und an die Entwicklungen im Berufskrankheitenrecht angepasst werden.  

Arbeitsmedizinische Vorsorge dient der Aufklärung und Beratung der Beschäftigten über ihre individuellen Gesundheitsrisiken und ermöglicht auch Früherkennung arbeitsbedingter Erkrankungen. "Darüber hinaus können über dieses betriebliche Angebote all jene mobilisiert werden, die nicht über andere Vorsorgeangebote zur Hautkrebsfrüherkennung zu erreichen sind", erläutert Prof. Swen Malte John, wissenschaftlicher Direktor und Chefarzt des Instituts für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück (iDerm). 

Zudem soll die UV-Belastung durch Maßnahmen des Arbeitgebers möglichst gering gehalten werden. So können technische und organisatorische Arbeitsschutzmaßnahmen wie zum Beispiel Sonnensegel oder die Verlagerung der Arbeitszeit die Gesundheitsgefährdung durch schädliche UV-Strahlung minimieren. 

Die Verordnung bedarf noch der Zustimmung des Bundesrates.

 

wha/BVDD