1. Versorgungsvertrag Psoriasis Bessere Versorgung für Patienten, mehr Sicherheit für den Arzt

HamburgHautarztnews

Die Versorgung von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte wird nachhaltig verbessert: Seit dem 1. April gilt der erste „Vertrag zur besonderen Versorgung in der Indikation Psoriasis“ nach §140a des Sozialgesetzbuchs V. Das haben die Techniker Krankenkasse (TK) und die DermaMed e.G. des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen miteinander vereinbart.

Präsentierten gemeinsam den neuen Vertrag (v.l.): Prof. Matthias Augustin (PsoNet), Dr. Goentje-Gesine Schoch (TK), Simone Schwarz (TK) und Dr. Ralph von Kiedrowski (BVDD) sl/BVDD

Bei der Präsentation der Kernpunkte des Vertrags auf der 11. Nationalen Versorgungskonferenz Psoriasis in Hamburg betonte der Verhandlungsführer des BVDD, Vorstandsmitglied  Dr. Ralph von Kiedrowski, der Zugang zu innovativen Therapiemöglichkeiten werde erleichtert, zugleich erhalte der behandelnde Hautarzt mehr Regresssicherheit.

Teilnehmen können nach Einsendung der Teilnahmeerklärung Dermatologinnen und Dermatologen, die Mitglied im BVDD sind und 

  • über ein gültiges Zertifikat Psoriasis der Deutschen Dermatologischen Akademie verfügen 

oder 

  • 16 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten einer psoriasis-spezifischen Fortbildung

und

  • Erfahrungen in der Systemtherapie nachweisen können.

Sie erhalten dann für die Versorgung von mittelschwer bis schwer an Psoriasis Erkrankten eine deutlich höhere Vergütung als im Regelleistungsvolumen. Die Vereinbarung gilt für alle Fälle, bei denen eine Behandlung mit einem Biologikum oder mit einem PDE-4-Hemmer medizinisch angezeigt ist. Die einzelnen Boni und deren Voraussetzungen werden in Anlage D zum Vertrag ausführlich erläutert.

Ein erstmals in dieser Form aufgelegtes Ampelsystem für Arzneimittel informiert die teilnehmenden Dermatologinnen und Dermatologen zudem unkompliziert über den therapeutischen Nutzen sowie die Wirtschaftlichkeit der eingesetzten Arzneimittel. Mit der Erarbeitung der neuen Systematik betraut waren Prof. Matthias Augustin, Direktor des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Prof. Gerd Glaeske, Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege- und Alterssicherung an der Universität Bremen, sowie BVDD-Vorstandsmitglied Dr. Ralph von Kiedrowski.

Den im Rahmen des Vertrages erforderlichen Dokumentationsaufwand hält der BVDD-Verhandlungsführer für überschaubar. Dermatologen, die bereits an PsoBest melden, haben den Vorteil, so von Kiedrowski, dass die PsoBest-Bögen übernommen werden können und dann kein zusätzlicher Aufwand entsteht.

Nach den für Verträge nach §140a SGB V geltenden Bestimmungen müssen teilnehmende Patienten schriftlich zustimmen. Diese Teilnahmeerklärung der Versicherten geht an die Helmsauer Curamed Managementgesellschaft für Selektivverträge, Nürnberg. Die Teilnahmeerklärungen der Ärzte werden an die Best Care Solutions GmbH (bcs), Düsseldorf, die mit dem Vertragsmanagement beauftragt wurde, gesendet.

Alle erforderlichen Informationen und die stets aktuellen für die Teilanhme erforderlichen Unterlagen erhalten interessierte Dermatologinnen und Dermatologen bei bcs.

Einen Überblick bietet ein Factsheet im geschlossenen Mitgliederbereich von bvdd.de.

 

blu/BVDD