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UV-GOÄ: Deutliche Honorarsteigerung verhandelt

Dotierung des Hautarztberichtes steigt 

BERLIN – Für die Abrechnung der Gebühren nach der UV-GOÄ im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung eine Honorarsteigerung von 18 Prozent ausgehandelt. Eine erfreuliche Entwicklung für alle, die für die Unfallversicherung tätig sind.

„Dies ist eine sehr positive Entwicklung. In keiner anderen Gebührenordnung wie GOÄ oder EBM gibt es auch nur annähernd ähnliches“, kommentierte Prof. Swen Malte John das Verhandlungsergebnis in einer ersten Stellungnahme. John leitet als wissenschaftlicher Direktor und Chefarzt das Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück (iDerm).

Die nun von der Gebührenkommission beschlossene Anhebung erstreckt sich über vier Jahre. Zunächst wurden die Gebührensätze zum 1. Oktober 2017 um acht Prozent erhöht. Danach folgen drei Stufen mit einer Erhöhung von je drei Prozent, jeweils zum 1. Oktober 2018, 2019 und 2020. Diese Schritte erfolgen basiswirksam, sodass sich eine Steigerung von insgesamt 18 Prozent ergibt.

Außerdem wurden zum 1. Oktober für Anästhesieleistungen neue Leistungslegenden eingeführt. Auch damit sind deutlich höhere Gebühren verbunden. „Gerade auch in die immer wieder zu Recht kritisierte Dotierung der Beratungsziffern ist endlich Bewegung gekommen“, so John. Dies sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. 

Einige Gebühren sind jedoch von der linearen Erhöhung ausgenommen – insbesondere jene, die in den vergangenen Jahren bereits deutlich erhöht beziehungsweise neu in die UV-GOÄ aufgenommen worden sind. Dabei handelt es sich unter anderem um die Gebühren für die photodynamische Therapie von Hautläsionen (Ziffern 570, 571), die Laserbehandlung von aktinischen Keratosen (Ziffern 575-557), die medikamentöse Behandlung aktinischer Keratosen einschließlich der Vorbereitung (Ziffern 753, 754), um die Gutachtergebühren (Ziffern 160-165), Schreibgebühren (Ziffer 190) sowie um die Zuschläge für das ambulante Operieren (Ziffern 440-447).

Die neuen Gebühren sind laut Aussagen der KBV auch im Praxisverwaltungssystem hinterlegt. Für den Fall, dass eine Praxis zum 1. Oktober noch nicht über die entsprechend angepasste Praxissoftware verfügt, sollten erbrachte Leistungen erst dann abgerechnet werden, wenn diese nach den neuen Gebühren dargestellt werden können. Nachberechnungen sollten aus Sicht der KBV möglichst vermieden werden.

Hier geht es zur ab dem 1. Oktober 2017 gültigen UV-GOÄ.

 

wha/BVDD