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Hautärzte schulen Allgemeinmediziner beim Hautkrebs

Weniger falsch-positive Befunde in der Hautarztpraxis

KIEL/STUTTGART/WUPPERTAL – In einer neuen Fortbildungsreihe der Professor Paul Gerson Unna Akademie schulen Dermatologen unter dem Titel „Hautkrebs Update 2018“ Allgemeinmediziner zu wichtigen Aspekten der Hautkrebsprävention und -früherkennung, aber auch der Dermatoonkologie.

„Der Aufklärungsbedarf bezüglich der Hautkrebsfrüherkennung und die Darstellung der damit verbundenen vielfältigen Behandlungsoptionen ist immer noch groß“, erläutert Prof. Christian Termeer, der die wissenschaftliche Leitung für das „Hautkrebs Update“ für Nicht-Dermatologen in Stuttgart (23. Februar) übernimmt und sich freut, die Unna Akademie wieder einmal in der baden-württembergischen Landeshauptstadt begrüßen zu dürfen. Sowohl dort als auch beim folgenden „Hautkrebs Update“ in Wuppertal (24. März) wird der in Stuttgart niedergelassene Dermatologe Allgemeinmedizinern den hellen Hautkrebs anhand von Fallbeispielen erläutern.

„Die Veranstaltung bietet darüber hinaus Freiraum, die Leistungsfähigkeit des Faches im onkologischen Bereich darzustellen; angefangen bei der Diagnostik, den medikamentösen Therapieoptionen, über die operative Dermatologie mit speziellen plastischen Korrekturmöglichkeiten bis hin zur hochqualifizierten Aufarbeitung der Tumoren beim Dermatohistopathologen“, gibt Termeer einen Ausblick auf das Programm. „Neben diesem zentralen Thema ist uns der richtige Umgang mit UV-Licht und die Darstellung wirksamer, individueller Lichtschutzkonzepte ein weiteres zentrales Anliegen, da die Lichtschutzberatung für unsere Hochrisikopatienten im Rahmen des Hautkrebsscreenings häufig zu kurz kommt“, so der Stuttgarter Hautarzt weiter.

Ein ähnliches Themenspektrum erwartet die Teilnehmer beim Auftakt der Fortbildungsreihe am 16. Februar 2018 im Atlantik-Hotel in Kiel ab 15 Uhr. Dabei stellt unter anderem Prof. Michael Weichenthal von der Universitätshautklinik Kiel aktuelle Zahlen zur Inzidenz und Mortalität des Hautkrebses vor, während Dr. Michael Reusch Qualitätsstandards des Hautkrebsscreenings beleuchten wird.

Ein Gespräch mit BVDD-Vorstandsmitglied Dr. Ralph von Kiedrowski über den generellen Nutzen und die Ziele einer solchen Schulung:  

Herr Dr. von Kiedrowski, wie finden Sie das Konzept Dermatologen schulen Allgemeinmediziner beim Thema Hautkrebs?
Dr. Ralph von Kiedrowski: Grundsätzlich gut. Das Ziel ist, die Qualität der Hautkrebsfrüherkennung in der breiten Masse zu verbessern. Hier ist auch im zehnten Jahr nach der Einführung des gesetzlichen Hautkrebsscreenings erheblicher Handlungsbedarf. Insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, die einen weiteren Anstieg der Hautkrebsfälle bringen wird. Als Fachgruppe sind wir bei knapp 400 Screenings pro Dermatologe im Quartal bereits heute an der Belastungsgrenze angekommen, wenn man die Früherkennungsuntersuchung mit hoher Qualität erbringen will. Dass wir Hautärzte alleine nicht 30 bis 35 Millionen berechtigte Versicherte screenen können, war auch dem Gesetzgeber klar, als er die Allgemeinmediziner 2008 bei der Früherkennung mit ins Boot geholt hat.  

Welchen Nutzen hat diese Schulung konkret für die Fachgruppe der Dermatologen?
von Kiedrowski: Wir profitieren durch die operativen Leistungen und die Nachsorge der Patienten, die uns zugewiesen werden. Ohne die Verdachtsdiagnosen durch die Allgemeinmediziner würden uns viele Fälle gar nicht erreichen. Je besser an dieser Stelle gescreent wird, desto weniger falsch-positive Befunde sehen wir in unseren Praxen. Anders ausgedrückt: Kann der Allgemeinmediziner eine seborrhoische Keratose sicherer von einem Melanom unterscheiden, können die Dermatologen sich vermehrt um den echten Hautkrebs kümmern.  

Worauf sollte bei der Schulung der Allgemeinmediziner in Sachen Hautkrebs besonders geachtet werden?
von Kiedrowski: Das Ziel sollte zum einen sein, dass das Hautkrebsscreening mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt wird. Zum anderen muss aber auch der Ablauf des gesetzlichen Screenings bei einer Verdachtsdiagnose klar herausgestellt werden, dass nämlich dann zum Dermatologen überwiesen werden muss und nicht – wie es immer noch häufig geschieht – zum Chirurgen. Es muss sichergestellt werden, dass die Nachsorge in dermatologischer Hand liegt.  

Gibt es da keine Bedenken, das spezifische Wissen der Dermatologie weiterzugeben?
von Kiedrowski: Wer davor Angst hat, ist sich über seine Qualität als Facharzt nicht bewusst. Unsere jahrelange Erfahrung wird so schnell nicht erreicht werden. Kein Hautarzt muss Sorgen haben, arbeitslos zu werden. So bleiben beispielsweise die hochwertigen BG-Fälle beim berufsbedingten Hautkrebs - die BK 5103 - ausschließlich bei den Dermatologen.  

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Programme/Einladungen für die „Hautkrebs Updates“ für Nicht-Dermatologen:  

Kiel, 16.02.2018, Atlantik-Hotel, Raiffeisenstraße 2, 24103 Kiel  

Stuttgart, 23.02.2018, Maritim Hotel Stuttgart, Seidenstraße 34, 70174 Stuttgart  

Wuppertal 24.03.2018 in der Gesellschaft Concordia 1801 e. V., Werth 48, 42275 Wuppertal

 

wha/BVDD