Zum Inhalt springen

Hautärzte motivieren Eltern und Kinder zum UV-Schutz

Aufklärung in Kindergärten geht weiter

EUSKIRCHEN – Je früher, desto besser: Nach diesem Motto gehen Hautärztinnen und Hautärzte bundesweit in Kindergärten und zeigen, wie richtiger Sonnenschutz funktioniert. Dabei unterstützen sie auch das Projekt „SunPass“, ein Zertifikat für sonnensichere Kitas. Denn Sonnenbrände in der Kindheit sind ein Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs und sollten unbedingt verhindert werden.  

„Dass dieses Jahr gezielt Kindergärten im Mittelpunkt der Euromelanoma-Kampagne stehen finde ich besonders sinnvoll“, sagt Hautarzt Dr. Martin Lorenz, der selbst Vater von zwei Kindern ist. Der in Kaiserslautern niedergelassene Dermatologe hält bereits seit rund drei Jahren regelmäßig Vorträge in Kindergärten, bei denen er Eltern und Erzieherinnen auf die Gefahren von UV-Strahlung gerade für die unreife Haut von Vorschulkindern hinweist, ohne dabei die Sonne komplett zu verteufeln.

Begonnen hat die diesjährige Aufklärungsaktion in Kindergärten mit der Euromelanoma-Woche Anfang Mai. Vor dem Hintergrund steigender Zahlen bei Hautkrebsfällen mobilisieren Dermatologen im Rahmen der Kampagne in knapp drei Dutzend europäischen Staaten die Bevölkerung zur regelmäßigen Früherkennung und klären über Hautkrebsrisiken auf. In Deutschland dieses Mal mit Schwerpunkt bei den Jüngsten.

Da die Nachfrage der Kitas nach Dermatologen zu groß ist, um in einer Woche abgearbeitet werden zu können, läuft die Aktion noch bis in den Herbst und wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Dabei stehen Hautärztinnen und Hautärzte den Kindergärten kostenlos als Experten zur Verfügung. Den Kontakt zwischen Kindergärten und Hautärzten vermittelt die Pressestelle des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD). Bis jetzt war sie bereits rund 130 Mal erfolgreich.

„Wir hatten schon so viele Teilnehmer, dass sie auf den Fensterbänken sitzen mussten“, berichtet der Bremer Dermatologe Dr. Uwe Schwichtenberg. Ihm geht es vor allem darum, das Thema Sonnenschutz Eltern und Erzieherinnen nahe zu bringen, da diese die Heranwachsenden am besten für einen verantwortungsvollen Umgang mit der UV-Strahlung motivieren können. Dabei arbeitet er eng mit der Bremer Krebsgesellschaft zusammen. Diese und weitere Landeskrebsgesellschaften vergeben den „SunPass“ an Kindergärten, die besonderen Wert auf den Sonnenschutz legen und entsprechende Maßnahmen wie beispielsweise das Anbringen von Sonnensegeln und das regelmäßige Eincremen mit UV-Schutzmitteln durchführen.

Denn es gilt, Sonnenbrände zu vermeiden. Sie sind vor allem in der Kindheit ein Hauptrisikofaktor für die spätere Entstehung von schwarzem, aber auch hellem Hautkrebs. Da die Hautentwicklung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist, reagieren kindliche Hautzellen wesentlich empfindlicher auf Sonnenstrahlung als die der Erwachsenen.

Im Rahmen der SunPass-Zertifizierung durch die jeweilige Landeskrebsgesellschaft findet unter anderem die Veranstaltung mit einem Dermatologen statt. „Die Zusammenarbeit ist ganz unkompliziert“, betont der Kaiserslauterner Hautarzt Lorenz. Auch Schwichtenberg lobt die „hervorragende“ Teamarbeit. Er hat in der Euromelanoma-Woche beispielsweise einen Vortrag übernommen, an dem insgesamt elf Kitas teilgenommen haben. Damit konnten über die Eltern und Erzieherinnen rund 800 Kinder auf einen Streich erreicht werden. Zwar sind auch die Mitarbeiter der Krebsgesellschaften geschult und daher in der Lage, selbst Vorträge in Sachen UV-Schutz zu halten. „Aber wenn ein Hautarzt dabei ist, zieht das mehr Leute an“, weiß Astrid Büttner, Präventionsbeauftragte der Bremer Krebsgesellschaft. Manchmal kämen Fragen, die nur ein Dermatologe beantworten könnte.

Die Aufklärungsveranstaltung mit einem Hautarzt kann jedoch auch erfolgen, ohne dass der Kindergarten einen „SunPass“ anstrebt. Kontakt für interessierte Kindergärten: Pressestelle des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD) e.V., Ralf B. Blumenthal (verantw.), Wilhelmstr. 46, 53879 Euskirchen, Tel.: 02251 77625-2, E-Mail: r.blumenthalbvddde

 

„SunPass“: Sonne ja, aber vernünftig

Das Projekt „SunPass“ will Eltern, Kinder und Erzieherinnen zum Thema Sonnenschutz sensibilisieren. Ins Leben gerufen hat das Zertifikat die Europäische Hautkrebsstiftung (ESCF) in Kooperation mit der Deutschen Krebsgesellschaft und bisher 13 Landeskrebsgesellschaften.

Bei einem ersten Termin besuchen Mitarbeiter der Landeskrebsgesellschaften die interessierte Kita. Bestehende Sonnenschutzmaßnahmen werden in einem Begehungsprotokoll festgehalten und gemeinsam weitere Maßnahmen entwickelt, um den Schutz der Kinder zu verbessern. Dazu gehören Sonnensegel, das Tragen von Hüten sowie das regelmäßige Eincremen mit Sonnenschutzmitteln.

Bei einem zweiten Termin findet eine Schulung der Eltern und pädagogischen Fachkräfte statt. Idealerweise steht dabei ein Hautarzt zur Verfügung, der weitergehende Fragen rund um den Sonnenschutz und die Entstehung von Hautkrebs beantwortet. Vor allem wird das richtige Verhalten mit und in der Sonne erklärt und welche Präventionsmaßnahmen sinnvoll sind. Schließlich wird die Einrichtung mit dem Zertifikat „SunPass-Kindergarten“ für die umgesetzten Maßnahmen zum Sonnenschutz belohnt.

Hier finden interessierte Kindergärten die Adressen aller Landeskrebsgesellschaften.

 

wha/BVDD