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Documenta 2017: „Bitte berühren“ kommt in Kassel auf den Opernplatz

BERLIN/ KASSEL - „Haut trifft Kunst“. Ein Event auf dem Opernplatz in Kassel geht am Samstag, 24. Juni anlässlich der „Documenta“ unter die Haut. Künstler rücken ab 11 Uhr mit ihren Mitteln die Schuppenflechte – in den Brennpunkt des Interesses der Passanten.

Auf dem Opernplatz stehen Mitarbeiter des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD) und Betroffene der örtlichen Patientenselbsthilfe für Gespräche zur Verfügung und verteilen gemeinsam Informationsmaterial.

Kontakt ist lebenswichtig
Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Körperkontakt – beides ist wichtig für das seelische und körperliche Wohlbefinden. Viele Betroffene der chronischen Hauterkrankung Schuppenflechte (Psoriasis) können Berührungen jedoch nicht unbeschwert genießen und sind oftmals Opfer von Stigmatisierung und Ausgrenzung. Dies weiß auch der Spezialist für Schuppenflechte Dr. Ralph von Kiedrowski aus zahlreichen Gesprächen mit seinen Patienten: „Die Krankheit stellt für viele eine enorme Belastung dar: Die betroffenen Hautstellen schmerzen zum Teil so stark, dass Berührungen unangenehm sind. Andererseits sehnen sich die Betroffenen nach unbefangenem Körperkontakt. Viele haben sogar Angst davor, Fremden die Hand zu geben, weil sie fürchten, dass ihr Gegenüber sich ekelt“.

Pantomime setzen Zeichen gegen Ausgrenzung 
Pablo Zibes, einer der beiden Pantomimen, erzählt: „Ich selbst kenne jemanden, der an der Erkrankung leidet. Es ist wirklich beklemmend für Betroffene auf der Straße mit abwertenden Blicken beäugt zu werden. Mir ist es daher auch ein persönliches Anliegen, auf das Problem der Stigmatisierung von Menschen mit Schuppenflechte aufmerksam zu machen“. Mindestens ebenso wichtig ist es, Menschen mit einer Psoriasis – so der medizinischen Namen – auch eine Perspektive für die Zukunft zu geben. Dr. von Kiedrowski vom BVDD hat eine klare Vorstellung davon, wie dies geschehen kann: „Hauterkrankungen belasten generell nicht nur den Körper, sondern oftmals auch die Seele. Es ist von zentraler Bedeutung, die Patienten aus der Resignation herauszuholen und ihnen Mut zu machen, am sozialen Leben teilzuhaben. Selbst schwer Betroffene können heute, dank moderner Therapien, eine sichtbare Verbesse-rung ihres Hautzustands erzielen – und damit auch eine völlig neue Lebensqualität “, so der Hautarzt aus dem Westerwald.


"Haut trifft Kunst" auch im Naturkundemuseum 
Am Nachmittag bietet der Hamburger Hautarzt Prof. Dr. Volker Steinkraus in der Zeit von 15:30 bis 16:15 Uhr im naheliegenden Naturkundemuseum einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Haut trifft Kunst“ an: „Die Haut ist Medium für Kommunikation – visuelle und taktile Reize werden über sie vermittelt. Jeder Künstler, der den Menschen darstellt, muss sich überlegen, wie er mit Farbe, Textur und Relief der Haut umgeht und ob er die Haut als Metapher nutzt, z.B. für Ein- oder Ausgrenzungen“, so der Facharzt für Dermatologie und Leiter des Dermatologikums Hamburg. „All diese Fragestellungen eröffnen ein breites Fenster auf die Beziehung zwischen Haut und Kunst und reflektieren die unterschiedlichen Zeitabschnitte in der Kulturgeschichte.“

Kontakt:
Pressestelle des Berufsverbandes der
Deutschen Dermatologen (BVDD) e.V.

Wilhelmstr. 46
53879 Euskirchen

Tel.: 02251 77625-25
E-Mail: r.blumenthal@bvdd.de